Rostkappenpapagei

Rostkappenpapagei (Pionites leucogaster)

Beschreibung

Die Größe der Tiere wird im Allgemeinen mit ca. 23 cm angegeben. Die auffällige Zeichnung des Gefieders erinnert an Zitrusfrüchte. So ist der Oberkopf bis zum Nacken von einem zarten orange bis hin zum kräftig leuchtendem hellrot gefärbt. Diese kräftige Zeichnung beobachtete ich lediglich bei geschlechtsreifen Tieren, welche in Brutstimmung sind. Nacken, Ohren und Zügelseiten schimmern zu einem kräftigen gelborange. Rücken, Flügel, Bürzel und obere Schwanzfedern sind kräftig grün. Die großen Handschwingenfedern sind violett bis schwarz. Das Bauchgefieder ist weiß, bei Jungtieren ist das Brustgefieder mit gelben Federn versetzt. Ebenso ist bei Jungtieren das Kopfgefieder weniger farbintensiv. Die Schenkelfärbungen sind bei der Nominatform grün (Pionites Leucogaster leucogaster). Schnabel und Krallen sind Hornfarben. Füße rosa Iris bei geschlechtsreifen Tieren orange bis hellrot.

Verbreitung

Rostkappenpapageien sind Papageien des südlichen Amazonasgebietes von Nordbrasilien, Bolivien, Ecuador und Peru. Es sind Waldbewohner, die im tropischen Regenwald in dichten und offenen Waldgebieten vorkommen. Vor allem südlich des Flusses vor der Flussmündung. Im Amazonasdelta überschneiden sich die Verbreitungsgebiete zwischen Rostkappen und Grünzügelpapageien.

Lebensweise in freier Natur

Bevorzugter Aufenthaltsort sind die Randzonen von Flussläufen, sie fallen aber auch in Plantagen, Parkanlagen und Gärten ein. Außerhalb der Brutzeit streifen sie paarweise, oder auch als Familienverband in kleinen Schwärmen zumeist hoch in den Baumwipfeln umher. Sie führen ein nomadisches Leben und sind immer auf der Suche nach Gebieten mit einem ausreichenden Früchtevorkommen.

Haltung in Menschenobhut

Weißbauchpapageien sind unkomplizierte Artgenossen. Sie können sowohl in einer Voliere als auch in einem geräumigen Käfig gehalten werden. Was aber unbedingt in ihrer Unterbringung vorhanden sein muss, das ist ein Nist-, bzw. Schlafkasten, diesen sie zur Nachtruhe und auch zum Schutz aufsuchen. Jener wird gegen Eindringlinge ausdrucksvoll verteidigt. Der Halter wird über ihre schrillen Pfiffe anfangs sehr verwundert sein. Jedoch finde ich, dass ihre Farbenpracht und das Verhalten all die lauten Pfiffe aufwiegen. Handaufzuchten hingegen sind eher leise Haustiere. Sie lassen selten Laute von sich die überhaubt an Weißbauchpapageien erinnern. All meine Weißbauchpapageien (18 Stück) sind paarweise in 1m X 1,8m X 2m untergebracht. Die Volieren befinden sich in einem Nebengebäude. Die große Gesellschaftsvoliere der Jungtiere beträgt 1m X 3m X 2,4m. Die meisten der Tiere sind so zahm, dass sie Futter aus der Hand annehmen. Zwei der Rostkappenpapageiweibchen (P.l.xanthomeria) sind sogar handzahm bis aufdringlich. Die sehr geschickten Kletterer zernagen alles das weicher als ihr Schnabel erscheint. Ihrem starken Nagetrieb, wirke ich mit frischen Obstbaumzweigen und Nadelholzbrettern entgegen. Als Sitzstangen werden Buchenäste in unterschiedlichen Stärken angeboten. Keine dieser Stangen wird sehr alt. Das Nagen habe ich als Brut Stimulans und Dominanzverhalten erkannt. Ebenso reiben sich die Tiere mit ihrem Schnabel, Hinterkopf und Rücken an Sitzstangen und den benagten Ästen und Brettern. Die sehr aktiven Spaßvögel machen selbst den Keas in Neuseeland Konkurrenz. So wir ohne ersichtlichen Grund meist im Geäst oder auf dem Boden der Volieren gespielt. Futter, Ästchen, Spielsteine, Holzkohle und auch Papageienspielzeug geben Anlass alles anzunagen, aufzunehmen, herumzutragen und vor dem Partner oder den Volierennachbarn zu verteidigen. Was auf jedenfall beachtet werden muss, Weisbauchpapageie sind sehr aggressiv. Artgenossen in ein Revier Miteinzubringen, bedeutet Krieg für das Alphatier und die Gruppe. Die Rangordnung wird mit jedem Eindringling in Frage gestellt. Fügt sich der neue Vogel dem Alpha Tier lässt er von diesem ab. Es wird aber dann die Jagd der Gruppe folgen, bis das neue Omega Tier feststeht. Vorsicht!!! Die Jagd kann auch tödlich enden! Diese Verhalten kenne ich von primitiven Hühnervögeln, aber es ähnelt meiner Beobachtungen nach eher hoch entwickelten Säugetieren, den der Wölfe, oder Gorillas. Meine Tiere waren am Anfang bis zur Geschlechtsreife (mit drei bis fünf Jahren) in einer Gesellschaftsvoliere, bis sich drei Paare herauskristallisierten. Das Alphamännchen attackierte einen nur vier Wochen später hinzugesetzten Hahn so sehr, dass mein Plan der feiwilligen Paarfindung nicht ganz aufging. Ein sonst sehr vorlauter junger Gelbwangenamazonenhahn suchte immer das Weite als der Weißbauchtrupp ihm zu nahe kam. Sie kreisten ihn ein und machten ihm klar wer bei den Babys das sagen hat. Lustig finde ich das Nachahmungsverhalten der handzahmen Weibchen. Von Pfiffen, über Melodien und Worten wie Hallo Lauri Laura, Fritz komm her und Cowboy gute Nacht, Martin, Telefon, tschüß, ruhig, brav und liebes Mädchen finden sich in ihrer Sammlung wieder. Diese Laute und Worte, sind von den Amazonen und Graupapageien kopiert, welche den Weg in meine Obhut gefunden haben. Sie werden wild kombiniert und lassen kein Zweifel offen, dass Weißbauchpapageien ebenso Talent zum Nachahmen haben. Ein weitres Merkmal dieser Papagei ist das Baden. Dieses erfolgt ausgiebig mit voller Hingabe zu jeder Jahreszeit. Zerstäuber hingegen lösen bei manchen meiner Kinder eher eine Flucht in den Nist- und Schlafkasten aus, wobei wieder andere sich direkt in den Strahl setzen und sich durchweichen lassen.

Quellen:

http://www.vogellexikon.de
http://de.wikipedia.org