Nacktaugenkakadu

Created by: Kai Gladzigewski

Nacktaugenkakadu (Cacatua sanguinea)

Beschreibung

Größe: 38 cm
Altvögel: Grundfarbe weiß; breite, kurze Federhaube; Zügel und Basis der Kopf-, Nacken-, Brust- und Rückenfedern mit orange-rosafarbenem Anflug; Ohrdecken und Bereich über den Augen mit leicht gelblichem Anflug; Flügel- und Schwanzunterseite gelblich; Schnabel grau-hornfarben; nackter hellblauer Augenring, bis auf den oberen Wangenbereich ausgedehnt; Iris dunkelbraun; Füße grau; keine äußeren Geschlechtsmerkmale
Jungvögel: Gefiederfarben wie bei Altvögeln; nackter Augenring blasser

Verbreitung

Nord-Australien; einige vorgelagerte Inseln

Lebensweise in freier Natur

Nacktaugenkakadus bewohnen offene Waldgebiete (vor allem Eukalyptus-Wälder), Galeriewälder, Mangrovengebiete und teilweise auch Buschsavannen. Außerdem sind sie örtlich in Städten, Parkanlagen und Gärten anzutreffen. Der Status dieser Kakaduart wird als häufig eingeschätzt. Nacktaugenkakadus bilden meist größere Schwärme, die aus hunderten bishin zu tausenden Tieren bestehen können. Gelegentlich sieht man sie auch zusammen mit Gelbhaubenkakadus (Cacatua galerita). Morgens fliegen die Kakadus zu ihren Wasser- und Futterstellen. Beim Fressen halten sie sich meist am Boden auf, wo sie sich mit schnellen und trippelnden Schritten fortbewegen. Die heißen Mittagsstunden verbringen die Nacktaugenkakadus ruhend in den Kronen der Bäume. Nachmittags nehmen die Vögel erneut Nahrung zu sich, anschließend kehren sie zu den Schlafplätzen zurück. Nacktaugenkakadus unternehmen örtlich Wanderungen im Umkreis von etwa 250 km. Der Flug der Kakadus ist schnell und wird regelmäßig von Gleitphasen unterbrochen. Die Vögel lassen während dem Fliegen stets ihren durchdringenden Ruf hören, wodurch der Schwarmzusammenhalt gesichert werden soll. Die Nahrung der Nacktaugenkakadus besteht aus den Samen verschiedener Gräser, gemüseartigen Pflanzen, Früchten, Beeren, Nüssen, Wurzeln und Knospen. Außerdem werden Insekten und Insektenlarven aufgenommen. Vor allem in West-Australien richten Nacktaugenkakadus nicht selten verheerende Schäden in Reis-, Getreide- und Hirsefeldern an. Die Brutzeit ist variabel und richtet sich nach den zur Verfügung stehenden Nahrungsresourcen. Unter idealen Bedingungen sind auch bis zu zwei Bruten im Jahr möglich. Die Bruthöhlen befinden sich meist in abgestorbenen Bäumen und selten auch in Termitenbauten. In West-Australien und einigen vorgelagerten Inseln finden auch Felsspalten als Nistplätze Verwendung. Baumhöhlen werden an den Seitenwänden und am Einschlupfloch benagt, sodass eine Nestunterlage aus Holzspänen entsteht. Der Höhleneingang liegt normalerweise in einer Höhe von 3-10 Metern. Das Gelege besteht aus 1-4 Eiern, der Abstand zwischen den Eiablagen beträgt um die 2 Tage. Beide Partner bebrüten die Eier 23-25 Tage lang. Nach 45-55 Tagen fliegen die Jungtiere aus.

Haltung in Menschenobhut

Zur Unterbringung von Nacktaugenkakadus empfiehlt sich eine Außenvoliere mit den Maßen von etwa 4m x 2m x 2m (Länge x Breite x Höhe). Zum Volierenbau kann nur stabiles Material verwendet werden, die Kakadus sind arge Holzzerstörer. Eingewöhnte Nacktaugenkakadus sind robust, sie müssen aber mindestens frostfrei überwintert werden. Es kommt nur die paar- oder gruppenweise Haltung in Frage, für die Einzelhaltung sind die Kakadus ungeeignet. Anfangs verhalten sich die Tiere meist relativ scheu, sie werden aber mit der Zeit immer zutraulicher. Vor allem in den frühen Abend- und Morgenstunden sind die Vögel recht laut. Nacktaugenkakadus sind leider nicht selten mit Würmern befallen, da sie sich gerne am Boden aufhalten. Außenvolieren sollten daher mit einem Betonboden versehen werden, wobei dann unbedingt Sand aufgeschüttet werden muss, um den Tieren weiterhin das Graben zu ermöglichen. Die Kakadus besitzen ein stark ausgeprägtes Nagebedürfnis, es sollten daher ständig frische Zweige und morsches Holz angeboten werden.

Quellen:

http://www.vogellexikon.de
http://de.wikipedia.org

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