Venezuelaamazone

Created by: Kai Gladzigewski

Venezuelaamazone (Amazona amazonica)

Beschreibung

31 cm groß; Grundfarbe grün; Nackenfedern mit leicht schwärzlicher Säumung; Wangen gelb, oft auch gelber Fleck auf dem Scheitel; Stirn, Zügel und Bereich über den Augen violettblau; Flügelsaum gelblichgrün; Handschwingen violettblau mit schwarzen Spitzen; orangefarbener Flügelspiegel über äußere drei, gelegentlich auch über äußere vier oder fünf Armschwingen; Schwanz grün mit gelblicher Spitze; äußere Schwanzfedern mit Orange verwaschen; nackter Augenring hellgrau; Schnabel hornfarben mit grauer Spitze; Iris orange; Füße grau; keine äußeren Geschlechtsmerkmale

Verbreitung

östlich der Anden in Kolumbien, Venezuela, Ost-Ekuador, Ost-Peru, Nord-Bolivien, Brasilien, Französisch-Guayana, Guyana und Surinam; durch freigelassene Vögel sind heute auch auf Trinidad und Tobago Venezuela-Amazonen mit nur drei orangefarbenen Armschwingen zu finden

Lebensweise in freier Natur

Venezuela-Amazonen bewohnen vielseitige Lebensräume. Sie sind in allen Arten von Wäldern, Mangroven, Sümpfen, halboffenen Gebieten, Sekundärvegetationen und auch in trockeneren Landschaften in Höhen von bis zu 650 m anzutreffen. Außerdem können die Vögel häufig in der Nähe von Dorfplätzen und auch in Parkanlagen beobachtet werden. Venezuela-Amazonen sind im Freiland noch durchweg häufig. In der Vergangenheit kam es trotz fortschreitender Lebensraumveränderungen zu Populationsanstiegen. Vielerorts wurden die Amazonen zu argen Ernteschädlingen, weshalb das Landwirtschaftsministerium ein Programm zur Reduzierung der Bestände durch Abschuss beschloss. Venezuela-Amazonen leben paarweise oder in kleinen Gruppen, an den Futterplätzen und vor allem an den Schlafbäumen kann es auch zu Ansammlungen von bis zu tausend Vögeln kommen. Morgens fliegen die Tiere dann wieder in kleineren Trupps ab. Venezuela-Amazonen sind häufig zusammen mit Gelbscheitelamazonen (Amazona ochrocephala), Granada-Amazonen (Amazona dufresniana rhodocorytha), Mülleramazonen (Amazona farinosa) und Blaustirnamazonen (Amazona aestiva) zu sehen. Die Nahrung der Vögel besteht im Freiland aus Früchten, Samen, Beeren, Nüssen, Blüten und Blattknospen. Wie erwähnt fallen die Amazonen außerdem häufig in Anbaugebiete ein, wo sie große Schäden anrichten können. Die Brutzeit ist entsprechend der großflächigen Verbreitung regional unterschiedlich. Sie liegt in Venezuela zwischen April und Juni, in Trinidad zwischen Mai und Juli, in Surinam zwischen Februar und März und in Kolumbien zwischen Dezember und Februar. Die Nisthöhlen befinden sich meist in abgestorbenen Palmen, wobei der Höhleneingang oft in großer Höhe (6-16 m) liegt. Das Gelege besteht aus 2-5 Eiern, die vom Weibchen 25-27 Tage lang bebrütet werden. Das Männchen füttert während dessen seine Partnerin und hält in der Nähe der Bruthöhle Wache. Nach einer Nestlingszeit von etwa 2 Monaten fliegen die Jungvögel aus.

Haltung in Menschenobhut

Die Venezuela-Amazone gehört neben der Blaustirnamazone (Amazona aestiva) und der Gelbscheitelamazone (Amazona ochrocephala) zu den am häufigsten in Menschenobhut gepflegten Amazonenarten. Die Haltungsbedingungen sind allerdings leider auch heute oft noch weit von einer artgerechten Unterbringung entfernt. Die Vögel benötigen verhältnismäßig viel Platz, da sie sehr lebhaft und flugfreudig sind. Als Mindestmaß für eine Zimmervoliere sollte 2 m x 1 m x 2 m (Länge x Breite x Höhe) gelten, wobei täglicher Freiflug ein Muss ist. Ideal ist die Haltung in einer großen Außenvoliere mit anschließendem Schutzraum, dessen Temperatur im Winter bei etwa 5-10 Grad liegen sollte. Zu beachten ist, dass Venezuela-Amazonen wie viele andere Großpapageien sehr ruffreudig sind, und vor allem in den frühen Morgen- und Abendstunden sehr laut sein können. Zum Volierenbau sollte nur Metall verwendet werden, da Holzkonstruktionen schnell zerstört werden. Bei der Inneneinrichtung der Voliere ist vor allem auf viele Nageäste und Beschäftigungsmaterial zu achten. Außerdem sollte den Vögeln eine Badestelle zur Verfügung stehen, viele Tiere lassen sich auch gerne mit einem Wasserzerstäuber abduschen. Ein grundlegendes Bedürfnis der Amazonen ist der soziale Kontakt zu Artgenossen. Die Einzelhaltung ist daher grundsätzlich abzulehnen, sie ist Hauptverursacher für schwerwiegende Verhaltensstörungen wie z.B. Federrupfen, Dauerschreien und Selbstverstümmelung. Außerhalb der Brutzeit gestaltet sich in der Regel auch die gemeinsame Unterbringung mehrerer Paare und die Vergesellschaftung mit anderen Amazonenarten unproblematisch, insofern genügend Ausweichmöglichkeiten vorhanden sind.

Quellen:

http://www.vogellexikon.de
http://de.wikipedia.org

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